AIDS-AufklŠrung Schweiz

 

 

†bertragungswege und Infektionsketten in Peru Ð Ein LehrstŸck fŸr Europa

 

In Peru untersuchte  Alcarc—n Villaverde die HIV-†bertragungswege des Jahres 2009 und zwar genauer als die europŠischen LŠnder dies bei sich tun. Diese Ergebnisse zeigen Infektionsquellen (d. h. Ursprung von Ansteckungen) und Infektionsketten (d. h. Wege auf denen sich das HIV ausbreitet) auf.

43% der Neuinfektionen waren  heterosexuelle und 55% homosexuelle Ansteckungen.

 

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Mehr als ein Drittel der heterosexuellen †bertragungen (16% von allen Infektionen) erfolgten durch Niedrig-Risiko-Kontakte. Das bedeutet, dass diese frisch infizierten Personen ihre HIV-positiven Sexualpartner (die Infektionsquellen) fŠlschlicherweise als HIV-negativ beurteilten.

Eine wichtige Infektionskette geht von weiblichen Prostituierten aus. Nur gerade 0,9% aller Ansteckungen betraf Prostituierte. Weibliche HIV-infizierte Prostituierte waren aber die direkte und indirekte Infektionsquelle von 7.7% Neuansteckungen, direkte 1.3% (Freier) und indirekt 6.4% (Frauen von Freiern).

Eine weitere Infektionskette ging von heterosexuellem Gelegenheitssex (wie One-Night-Stands) aus. Gelegenheitssex war die direkte und indirekte Infektionsquelle fŸr 11.8% der Ansteckungen, direkt 6,3% und indirekt 5.5% (Partner von Menschen, die sich durch Gelegenheitssex ansteckten.

Homosexuelle sind eine weitere Infektionsquelle fŸr heterosexuelle †bertragungen, haben doch mehr als 20% der MŠnner, die mit MŠnnern Sex haben auch mit Frauen Sex. In Peru steckten sich 2009 6.2% Frauen bei ihren Partnern an, die sich bei Sex mit HIV-positiven MŠnnern infiziert hatten.

Diese Erkenntnisse sind alarmierend. Sie zeigen deutlich, wie viele Menschen Risiken eingehen, die sie nicht als Risiken einschŠtzen.  Entweder ging der Ehemann zu einer Prostituierten, hatte Sex mit MŠnnern oder der/die  Partner(in) hatte Gelegenheitskontakte. Die zweithŠufigste Gruppe der HIV-Infizierten (Niedrig-Risiko-Kontakte) hatte Sex mit Menschen, von denen sie nicht ahnten, dass sie HIV-infiziert war.

Diese Untersuchung ist von grosser Bedeutung, weil sie Risiken aufzeigt, die unerlŠssliche Erkenntnisse fŸr die HIV-PrŠvention sind und es dem Einzelnen erlauben, Ansteckungsrisiken besser zu beurteilen. Daraus folgt auch, wie notwendig es ist, mehr HIV-Tests durchzufŸhren und dass HIV-Infizierte ihren HIV-Status den Sexualpartnern mitteilen mŸssen. 

 

Dr. med. Kurt April

 

 

Quelle: AIDS epidemic update, December 2009.

UNAIDS,World Health Organization - Unaids, Genf.