Verminderung der Anzahl Partner
Je mehr Sexualpartner jemand während seines Lebens hat, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV anzustecken. Deshalb ist die Verringerung der Anzahl Sexualpartner eine wichtige präventive Verhaltensänderung.
Abstinenz, bis jemand den "richtigen" Partner gefunden hat, wäre aus Sicht der HIV-Prävention sicher das Optimale.
Die Empfehlung, die Anzahl Partner zu reduzieren, muss allerdings differenzierter betrachtet werden. Ein Risiko für eine HIV-Ansteckung besteht nur, wenn ein Sexualpartner HIV-infiziert ist. Das Risiko einer HIV-Übertragung ist bei den sogenannten Risikogruppen – wie Prostituierten, Homosexuellen, iv-Drogenabhängigen oder Menschen, die aus einem Gebiet mit hoher HIV-Prävalenz stammen, wie Südsahara-Afrika – viel höher als in der Durchschnittsbevölkerung. Hingegen haben zwei Jugendliche kein HIV-Infektionsrisiko, wenn beide noch nie sexuelle Kontakte hatten und keine Drogen injizieren.
Bei der Reduktion von HIV-Risiken geht es nicht nur darum, die Anzahl Sexualpartner zu reduzieren, sondern möglichst keinen Sexualkontakt zu einem HIV-Infizierten einzugehen. Wenn der Partner HIV-infiziert ist und unter Behandlung mit ART steht, ist sicherlich eine ärztliche Beratung vor dem Eingehen einer sexuellen Beziehung angebracht.
Jugendliche, die sehr früh sexuelle Beziehungen eingehen, weisen oft ein höheres HIV-Ansteckungsrisiko auf, weil sie häufig viele kurze sexuelle Abenteuer haben, bis sie eine stabile Partnerschaft aufbauen.
HIV-Test – wichtig für die Prävention
In Westeuropa und Nordamerika wissen 25 - 50% der HIV-Infizierten nicht, dass sie infiziert sind. Gerade bei jungen Menschen ist dieser Prozentsatz hoch: In den USA wissen bei den Jugendlichen 50% der Infizierten nichts von ihrer Infektion; bei den homosexuellen Jugendlichen beträgt diese Rate gar 80%. In Studien konnte gezeigt werden, dass das Wissen um die HIV-Infektion ein integraler Bestandteil der HIV-Prävention ist. Menschen, die um ihre HIV-Infektion wissen, verhalten sich verantwortungsbewusster und schützen ihre Mitmenschen besser vor einer HIV-Ansteckung als solche, die es nicht wissen.
Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
November 2009