Verlauf der HIV-Infektion
Der Verlauf der unbehandelten HIV-Infektion kann in drei Phasen eingeteilt werden: Die akute HIV-Erkrankung, dann die Latenzphase und schliesslich die Aidserkrankung, die mit dem Tod endet. Die akute HIV-Erkrankung dauert einige Wochen. Diese Zeit nennt man auch das Vulnerabilitätsfenster, denn sie ist gekennzeichnet durch eine explosionsartige Vermehrung des HI-Virus. Während dieser Phase dringen die HI-Viren in die Organe des Abwehrsystems und andere Körperorgane ein und etablieren sich dort. Die Latenzphase dauert im Mittel 10 Jahre, während der die Viruskonzentration relativ tief ist. In der Aidsphase wird das Abwehrsystem völlig zerstört, wodurch nach 1–2 Jahren der Tod eintritt.

Die rote Linie zeigt die Viruskonzentration im Blut eines unbehandelten HIV-Infizierten von der Ansteckung bis zum Tod.
Bei hohen Virusmengen im Blut – während der akuten Phase und der Aidserkrankung – ist die Ansteckungsgefahr am grössten. Besonders heikel ist die akute Phase, da der Infizierte meist noch nichts von seiner Ansteckung weiss. Bei der Ansteckung dringen die Viren je nach Übertragungsweg in unterschiedliche Abwehrzellen ein.
Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010