Antiretrovirale Therapie (ART)
Die heutige ART (antiretrovirale Therapie) der HIV-Infektion wird HAART (highly active antiretroviral therapy) genannt und besteht aus einer Kombination von mindestens drei verschiedenen Wirkstoffen. Es gibt über 20 verschiedene Medikamente, die eingesetzt werden. Eine erfolgreiche ART drückt die Viruslast (Konzentration des HI-Virus im Blut) unter die Nachweisgrenze und erhöht indirekt die Anzahl T-Helferzellen. Die HIV-Infektion kann durch diese Medikamente von einer tödlichen Krankheit in eine chronische Krankheit überführt werden. Damit kann nicht nur das Auftreten von Krankheitssymptomen hinausgezögert oder gar verhindert, sondern auch die Ansteckungsgefahr deutlich reduziert werden.
Alle Medikamente verhindern über unterschiedliche Mechanismen die Vermehrung von HI-Viren, indem sie in den Replikationszyklus eingreifen. Allerdings können diese Medikamente nur langfristig wirken, wenn sie täglich das ganze Jahr über eingenommen werden.
Die antiretroviralen Medikamente verhindern die Vermehrung der HI-Viren, indem sie die Enzyme der Helferzelle (reverse Transkriptase, Protease, Integrase) blockieren.
Dank der antiretroviralen Therapie (ART) leben HIV-Infizierte deutlich länger und haben eine bessere Lebensqualität. ART vermag aber die HI-Viren in einem Menschen nicht vollständig auszumerzen und kann damit auch keine Heilung bewirken. Die Medikamente müssen lebenslang genommen werden, was eine hohe Belastung für den Patienten darstellt. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, vermehren sich die Viren wieder explosionsartig. Manchmal werden die Medikamente nicht vertragen oder die HI-Viren werden gegen diese Medikamente resistent, so dass sie nicht mehr wirken. Trotz ART sterben in der Schweiz pro Jahr immer noch mehr als 100 Menschen an Aids.
Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010