Die Krankheitsstadien der HIV-Infektion


Die amerikanischen Gesundheitsbehörden CDC (Centers for Disease Control and Prevention) führten 1993 die Einteilung in drei klinische Stadien und später zusätzlich in drei immunologische Kategorien ein, die bis heute gebräuchlich sind. Bei der CDC-Definition muss zur Diagnose der HIV-Infektion immer ein bestätigter positiver HIV-Test vorliegen.


Klinische Stadieneinteilung


Stadium A
umfasst sowohl die akute HIV-Erkrankung als auch die darauffolgende klinische Latenz.

Die akute HIV-Erkrankung (Primoinfektion) tritt 3 bis 6 Wochen nach einer Ansteckung bei 50-70% der HIV-infizierten auf und ähnelt einer Grippe oder dem Pfeifferschen Drüsenfieber: Fieber, Hautausschlag, Rachenentzündung, Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellung, Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit.

Bei der klinischen Latenz treten keine Beschwerden auf oder später manchmal andauernde, schmerzlose Lymphdrüsenschwellungen (Lymphadenopathie) in Achselhöhle, Leiste oder Hals. Die klinische Latenz kann sich über viele Jahre erstrecken.

Stadium B
beinhaltet Krankheitssymptome, die vor dem Stadium C (Aids) auftreten und schon Folge der fortgeschrittenen Im munschwäche sind. In der Regel gehen diese Krankheitssymptome bereits mit einer schweren Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens einher. Dazu gehören langanhaltende (über 1 Monat) Allgemein symptome wie Fieber, Nachtschweiss, Ge wichtsverlust und Durchfall ohne erkennbare Ursache. Ausserdem treten verschiedenste In fektionskrankheiten wie Pilzerkrankungen der Mundhöhle und des Rachens (Candida) oder Viruserkrankungen wie Gürtelrose auf.

Stadium C
ist das Endstadium der HIV-Infektion, die eigentliche Aidserkran kung. Sie ist durch den Zusammenbruch des Immunsystems bedingt und durch ganz bestimmte Krankheitsbilder charakterisiert. Das Erscheinungsbild der Aidserkrankung ist zwar in seiner Gesamtheit unverwechselbar, aber die einzelnen Krankheitsbilder können auch bei anderen Erkrankungen vorkommen.

Es treten verschiedenste Infektionskrankheiten und Krebsformen auf. Besonders häufig sind: Pilzerkrankungen der Speiseröhre (Candida) sowie spezielle Formen von Lungenentzün dungen (Pneumocystis-carinii-Pneumonie), atypische, aber auch die «gewöhnliche» Tu berkulose, Viruserkrankungen (z.B. Netzhaut-entzündung der Augen durch Zytomegalievirus = CMV-Retinitis), Parasitenerkrankungen (z.B. Hirnabszesse durch Toxoplasmose, Durchfall durch Kryptosporidien), seltene Krebsformen (z.B. Kaposisarkom, Lymphdrüsensar-kome, Hirntumoren) sowie neurologische Erkrankungen (u.a. HIV-Demenz) und starke Abmagerung (Wasting-Syndrom).





Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010