Diagnose einer HIV-Infektion
Die Diagnose einer HIV-Infektion kann weder durch eine ärztliche Untersuchung noch aufgrund von Krankheitssymptomen gestellt werden. Nur der direkte Nachweis von HI-Viren oder indirekt von Antikörpern gegen HIV in Körperflüssigkeiten (z. B. Blut) kann eine HIV-Infektion beweisen. Beim normalen HIV- Suchtest werden Antikörper bestimmt.
Diagnostisches Fenster
Bis im Blut genügend Antikörper gebildet sind, die mit einem Bluttest nachgewiesen werden können, braucht es einige Wochen. Diesen Zeitraum – von der Ansteckung bis zum Nachweis der HIV-Infektion – nennt man das diagnostische Fenster. Dieses kann von Mensch zu Mensch variieren, weil es von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie Übertragungsweg, Menge der übertragenen Viren, Immunsystem.
Durch den Einsatz eines Antigentests (Antigen = Virus) oder Kombinationstes (Antigen- + Antikörpertest) wird das diagnostische Fenster im Durchschnitt um drei Wochen verkürzt. Bei den meisten Menschen dauert es höchstens drei Monate, aber bei einzelnen bis zu sechs Monaten, bis der Antikörpertest eindeutig positiv wird.
Die grüne Kurve zeigt die Konzentration der Antikörper gegen die HI-Viren im Blut. Die rote Linie zeigt die Viruskonzentration (Antigen) im Blut eines HIV-Infizierten. Das HI-Virus kann frühestens nach zwei Wochen und die Antikörper können im Durchschnitt drei Wochen später nachgewiesen werden.
Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010